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Papiamentu
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Papiamentu oder Papiamento ist eine Kreolsprache mit circa 263.000 Sprechern,cite-ref-1[1] die in der Karibik auf den zum Königreich der Niederlande gehörigen ABC-Inseln (Aruba, Bonaire und Curaçao) leben. Auf den ĂŒbrigen niederlĂ€ndischen Inseln in der Karibik, Sint Eustatius, Sint Maarten und Saba, spricht die ĂŒberwiegende Mehrheit der Bevölkerung Englisch.
Contents
âą Sprachgenese
âą Grammatik
âą Sprachsituation
âą Literatur
âą Weblinks
âą Einzelnachweise
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Sprachbezeichnung
Papiamentu gehört zu den Kreolsprachen.
Der Wortschatz des Papiamentu setzt sich gröĂtenteils aus spanischen (60â65 %), portugiesischen (15â20 %) und niederlĂ€ndischen (10â15 %) EinflĂŒssen zusammen. Sowohl die Schreibweise Papiamentu als auch Papiamento, mit der ursprĂŒnglich portugiesischen Endung auf -o, die genauso ausgesprochen wird, sind legitim und richtig. Der Name der Sprache der âABC-Inselnâ Aruba, Bonaire und Curaçao geht auf das portugiesische Verb âpapearâ zurĂŒck, was âplaudernâ bedeutet.
Ăhnlich wurde in Suriname die dortige Kreolsprache Sranan oft abwertend als Taki-Taki bezeichnet, was so viel wie âBlablaâ bedeutet. Beide Begriffe spiegeln eine geringe WertschĂ€tzung dieser Sprachen wider, die als einfacher Plauderton oder bedeutungsloses Gerede betrachtet wurden. Dennoch sind Papiamentu und Sranan so verschieden, dass sich die Sprecher der jeweiligen Sprache gegenseitig nicht verstehen. Heute genieĂt Papiamentu jedoch eine deutlich höhere WertschĂ€tzung, da es als Ausdruck kultureller IdentitĂ€t und Stolz der Bevölkerung auf den ABC-Inseln gilt. Es wurde standardisiert und ist auf Curaçao und Aruba sogar als Amtssprache anerkannt, was seine Bedeutung als vollwertige Sprache unterstreicht.
Ursprung des Papiamentu
Papiamentu entstand auf Curaçao wĂ€hrend der zweiten HĂ€lfte des 17. Jahrhunderts. Erst 1700 wurde die Sprache auf die Inseln Bonaire und Aruba transferiert. Die eigentliche Entwicklung des Papiamentu beginnt erst mit der Besiedelung Curaçaos durch die NiederlĂ€nder und der Etablierung des gröĂten Marktes fĂŒr aus Afrika entfĂŒhrte Sklaven im karibischen Gebiet. Als Grund fĂŒr seine Herausbildung wird die restriktive Sprachpolitik der niederlĂ€ndischen Kolonialverwaltung angesehen, die die Ausbreitung ihrer eigenen niederlĂ€ndischen Sprache in den Kolonien bremste. Die Sklaven durften kein NiederlĂ€ndisch lernen und die Plantagenbesitzer wohnten relativ isoliert von den Zwangsarbeitern. Der Bedarf fĂŒr eine gemeinsame Sprache war groĂ, weil sie aus verschiedenen Gebieten in Westafrika stammten.
Der Erste, der Papiamentu erwĂ€hnt hat, war der böhmische Jesuit Michael Schabel, der auf dem Weg von Venezuela nach Amsterdam auf Curaçao drei Tage lang (3.â6. August 1698) auf sein Schiff warten musste und spĂ€ter (1705) der erste jesuitische Seelsorger auf der Insel wurde. Schabel stellte fest, dass die schwarze Bevölkerung âeine Art verballhorntes Spanischâ sprach. Die Jesuiten beauftragten ihre Missionare, die Landessprache zu lernen. FĂŒr Schabel war das noch Spanisch (die Sprache des zustĂ€ndigen Bischofs in Venezuela) und NiederlĂ€ndisch, die Sprache der Inselverwaltung.cite-ref-2[2] Ehe das gerade entstehende Papiamentu als Sprache wahrgenommen wĂŒrde, sollte es noch ca. 30 Jahre dauern. Das geschah durch einen Nachfolger Schabels, siehe weiter unten im Absatz Papiamentu in Religion und Kultur.
Das Papiamentu ist das Ergebnis des Kontaktes zwischen folgenden unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen:
âą Afrikanische Sklaven, die vor allem afrikanische Sprachen beherrschten und eventuell ein afro-portugiesisches Pidgin sprachen
⹠NiederlÀnder und andere EuropÀer, Sprecher von NiederlÀndisch, Deutsch und anderen europÀischen Sprachen.
âą Sephardische Juden, die Ladino, Portugiesisch und/oder Spanisch bzw. auch andere iberoromanische Dialekte sprachen.
SpĂ€ter wurde Papiamentu immer mehr auch zur Verkehrssprache zwischen den aus Europa stammenden Protestanten und Juden und löste das NiederlĂ€ndische als Sprache des öffentlichen Lebens weitgehend ab. Der Autor Frank Martinus Arion, der sich fĂŒr das Papiamentu einsetzt, nimmt an, dass die Sprache aus dem PrimĂ€rdialekt âGueneâ, einem portugiesischen Pidgin, entstand, das durch die afrikanischen Sklaven benutzt wurde. Einen bedeutenden Anteil an der Sprachentwicklung hatte die jĂŒdisch-portugiesische Bevölkerung der niederlĂ€ndischen Kolonien. Sie war ursprĂŒnglich aus dem brasilianischen Pernambuco geflohen.
Im 19. Jahrhundert erfuhr das Papiamentu eine Hispanisierung des Wortschatzes, da das Spanische durch die katholische Mission, zahlreiche lateinamerikanische Emigranten und insbesondere durch die NĂ€he zum spanischsprachigen Festland immer mehr an Bedeutung gewann. Der portugiesische Einfluss hingegen geht immer mehr zurĂŒck.
Bis zum heutigen Tag gibt es verschiedene Theorien, um den ungewöhnlich starken iberoromanischen Charakter des Papiamentu zu erklÀren. Mögliche Quellen des (afro)portugiesischen Elementes dieser Kreolsprache sind:
âą Die afrikanischen Sklaven, die ein afroportugiesisches Pidgin oder Kreol beherrschten,
⹠NiederlÀnder und sephardische Juden, die nach dem Ende von NiederlÀndisch-Brasilien (1654) nach Curaçao kamen.
âą Sepharden aus Spanien und Portugal, deren Sprache Ladino war.
Es wurde festgestellt, dass wÀhrend der Zeit der Herausbildung des Papiamentu die spanischen Elemente vor allem durch die sephardischen Juden beigesteuert wurden. Diese Bevölkerungsgruppe wurde ab 1492 durch die katholischen Könige aus Spanien und Portugal vertrieben und siedelte sich unter anderem auf den ABC-Inseln an. Es hat sicherlich auch einen Beitrag der venezolanischen Priester gegeben. Der Einfluss des Kastilischen ist teilweise noch da, hauptsÀchlich durch die Medien. Da es aber keine nennenswerte legale Einwanderung von Spanischsprechern gibt, hat das Papiamentu seinen eigenstÀndigen Charakter bemerkenswert beibehalten.
Sprachgenese
Bei kaum einer Sprache sind sich Forscher so uneinig, was ihre Entstehung betrifft, wie bei Papiamentu. Es gibt im Wesentlichen drei Theorien, wie die Sprache entstanden ist:
1. Monogenetische Hypothese: Diese Theorie glaubt, dass alle Kreolsprachen, also auch Papiamentu, aus einem âafroportugiesischen Protokreolâ (APPK) hervorgegangen sind. In den KĂŒstengebieten Westafrikas entwickelte sich dieses APPK aufgrund der jahrzehntelangen Handelskontakte zwischen den Portugiesen und den Afrikanern. SpĂ€ter wurden die portugiesischen Merkmale zum Teil durch französische, spanische, englische beziehungsweise niederlĂ€ndische Elemente und Worte ersetzt. Dadurch entstanden die verschiedenen Kreolsprachen der Karibik. Dazu gehören neben Papiamentu auch Jamaika-Englisch, Haiti-Französisch sowie Spanisch-Kreol auf Kuba, in Venezuela und Kolumbien.
2. Polygenetische Hypothese: Bei dieser Theorie wird angenommen, dass jede Kreolsprache ausschlieĂlich von anderen unabhĂ€ngig aus einer europĂ€ischen Sprache entstanden ist. So sei Papiamentu aus dem Spanischen/Portugiesischen beziehungsweise anderen iberischen Sprachen entwickelt worden.
3. Die dritte Hypothese behauptet, dass Papiamentu auf einer spanischen Grundlage mit einem portugiesischen Substrat entstanden ist. Sowohl Papiamentu, als auch die Kreolsprachen Palenquero-Spanisch (Kolumbien) und Bozal-Spanisch (Kuba, Puerto Rico) sind aus diesem Protokreol im 16. und 17. Jahrhundert entstanden.
Momentan gewinnt allerdings eine vierte Hypothese PopularitĂ€t, laut welcher das Papiamentu ein relexifizierter Ableger einer frĂŒhen VarietĂ€t der Kreolsprache Oberguineas ist, wie es auf den Kapverdischen Inseln und in Guinea-Bissau und Casamance gesprochen wird (vgl. Jacobs 2009).
Lexik des Papiamentu
So uneinig sich die Forscher bei der Entstehung des Papiamentu sind, so sind sie sich aber sicher, dass zwei Drittel des Wortschatzes iberoromanischen Ursprungs sind, also aus dem Portugiesischen oder aus dem Spanischen stammen. Zu 28 Prozent besteht Papiamentu aus niederlĂ€ndischen und zu sechs Prozent aus Wörtern anderen Ursprungs wie etwa Englisch und Französisch. Der hohe Anteil der niederlĂ€ndischen Wörter beweist den gemischten Charakter des Papiamentu. Vereinzelt trifft man in Papiamentu auf afrikanisches Wortmaterial und auf Wörter indigener Sprachen. Die Wörter afrikanischen Ursprungs sind meist im Bereich der ErnĂ€hrung, der Fauna angesiedelt oder direkt mit der afrikanischen Kultur verbunden. NatĂŒrlich gibt es den Wortschatz betreffend Unterschiede zwischen den Inseln: Ist der Einfluss des NiederlĂ€ndischen auf Curaçao am stĂ€rksten, so ist es der des Spanischen auf Aruba. Bei den Wörtern mit iberoromanischem Ursprung ist es meist schwer zu bestimmen, aus welcher VarietĂ€t sie entlehnt wurden, da sich die Sprachen der iberischen Halbinsel im 17. Jahrhundert, als sich das Papiamentu ausbildete, noch nĂ€her standen, als das heute der Fall ist. Von den iberoromanischen Wörtern sind etwa 60 Prozent entweder spanisch oder portugiesisch, 25 Prozent eindeutig spanisch und vier Prozent eindeutig portugiesisch. Ein geringer Anteil stammt aus dem Galicischen oder könnte aus allen drei Sprachen entstammen.cite-ref-3[3]
| Deutsch | Portugiesisch | Papiamentu | Guineabissauisches Kreol | Kapverdisches Kreol * ** | Spanisch | NiederlÀndisch |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Willkommen | Bem-vindo | Bon binĂ | BĂŽ bim drito | Bem-vindo*** | Bienvenido | welkom |
| Guten Tag | Bom dia | Bon dia | Bon dia | Bon dia | Buenos dĂas | Goedendag |
| Danke | Obrigado | Danki | Obrigadu | Obrigadu | Gracias | Dank u |
| Wie gehtâs dir? | Como vais? | Kon ta bai? | KumĂĄ ku bo na bai? | MĂłdi ki bu sa ta bai? | ÂżCĂłmo estĂĄs? | Hoe gaat het met jou? |
| sehr gut | Muito bom | MashĂĄ bon | Mutu bon | Mutu bon | Muy bien | Zeer goed |
| mir gehtâs gut | Eu estou bom/bem | Mi ta bon | N' sta bon | N sta dretu | Yo estoy bien | Het gaat goed met me |
| ja, ich bin | Sim, eu estou | Si, mi ta | N', mi i | N, mi e | SĂ, yo estoy | Ja, ik ben |
| hab einen guten Tag | Passa um bom dia | Pasa un bon dia | Pasa un bon dia | Pasa un bon dia | Pasa un buen dia | Een prettige dag verder |
| sehe dich spÀter | Vejo-te depois, até logo | Te aweró | N' ta odjå-u dipus | N ta odjù-u dipÎs, Te lógu | Te veo después | Tot ziens |
| Essen | Comida | Kuminda | Bianda | Kumida | Comida | Voedsel |
| Brot | PĂŁo | Pan | Pon | Pon | Pan | Brood |
| Saft | Suco, Sumo | Djus | Sumu | Sumu | Zumo / Jugo | Sap (wobei z. B. fĂŒr Orangensaft auch das französische jus dâorange verwendet wird) |
| ich liebe Curaçao | Eu gosto de Curaçao | Mi stima KĂČrsou | N' gosta di Curaçao | N gosta di Curaçao | Yo amo Curazao | Ik hou van Curaçao |
*Variante des Kreolisch von Santiago
**Schreibweise dieses Beispiels: ALUPEC
***Portugiesischer Ausdruck, der im Kreolischen benutzt wird.
Grammatik
Die Grammatik des Papiamentu weist alle fĂŒr Kreolsprachen typischen Merkmale auf: Einfachheit, Konsequenz sowie nur selten UnregelmĂ€Ăigkeiten:
âą Subjekt und PrĂ€dikat bleiben immer gleich: Mi ta lesa â Ich lese; Mi ta lesa? â Lese ich?; Awe mi ta lesa â Heute lese ich.
âą Verben werden nie konjugiert, sondern von einer Zeit- und Aspektpartikel begleitet: Mi ta lesa â Ich lese; Bo ta lesa â Du liest; Nos ta lesa â Wir lesen usw.
âą Das Geschlecht wird nicht unterschieden: feminin = maskulin = neutrum.
âą Pluralbildung durch AnhĂ€ngung des Pronomens der 3. Person Plural (nan): kos â kosnan; yu â yunan (auĂer bei Zahlwörtern: 4 kos, 2 yu)
Papiamentu ist eine tonale Sprache, Tonhöhe und Akzentuierung sind bedeutungsunterscheidend:
âą Brua (Ton: tief-hoch) = verwirren
âą Brua (Ton: hoch-tief) = schwarze Magie
âą BruĂĄ (Ton: tief-hoch) = verwirrt, verrĂŒckt (Partizip Perfekt)
Unterschiede zwischen Papiamentu und anderen Kreolsprachen
Am auffĂ€lligsten unterscheidet sich die Kreolsprache der ABC-Inseln von den anderen durch ein auĂergewöhnlich hohes Prestige und die groĂe Akzeptanz des Papiamentu in allen Kontexten und Gesellschaftsschichten. Ihr Prestige stieg umso mehr, als im Laufe der Zeit alle Bevölkerungsschichten das Papiamentu als Umgangssprache verwendeten. Unter anderem aus diesem Grund verfĂŒgt die Sprache ĂŒber eine ungewöhnlich lange und intensive literarische Tradition. Auch wirtschaftliche Faktoren mĂŒssen beachtet werden: Auf den ABC-Inseln findet man einen in der Region einmaligen Lebensstandard vor. Dieser ist auch seiner Lage vor der KĂŒste des Erdölproduzenten Venezuela zu verdanken, dessen Produkte teilweise auf Aruba raffiniert wurden. Auf Curaçao geschieht das noch heute. Das gröĂte natĂŒrliche Innenhafenbecken der westlichen HemisphĂ€re ist fĂŒr Curaçao ebenfalls ein sehr positiver Faktor. In den letzten Jahren ist fĂŒr die Inseln der wachsende Tourismus sehr wichtig geworden. Das Bildungsniveau wurde stĂ€ndig verbessert, die Analphabetenquote ist im Vergleich zu anderen karibischen Inseln niedrig. Jedoch haben die Inseln noch mit Arbeitslosigkeit und DrogenkriminalitĂ€t zu kĂ€mpfen.
Ein weiterer Faktor, der zur wirtschaftlichen StabilitĂ€t beitrĂ€gt, ist das VerhĂ€ltnis zum Mutterland. Als autonomer Teil des Königreichs der Niederlande hatten die ABC-Inseln einen leichteren Stand als andere karibische Staaten, wie z. B. Haiti, die sich fĂŒr die UnabhĂ€ngigkeit entschieden.
Positiv auf die Entwicklung des Papiamentu wirkt sich auch das wachsende Interesse internationaler Linguisten fĂŒr diese Sprache aus, die allesamt von einer âbemerkens- und förderungswerten VarietĂ€tâ sprechen. Das Papiamentu befindet sich also in einer Phase des Ausbaus.
Sprachsituation
| Insel | Papiamentu | Englisch | NiederlÀndisch | Spanisch | Sonstiges |
|---|---|---|---|---|---|
| Aruba (2001 [ 4 ] ) | 69,4 | 8,1 | 6,1 | 13,2 | 3 |
| Bonaire (2013 [ 5 ] ) | 63,8 | 4,5 | 15,8 | 15,2 | 1,2 |
| Curaçao (2011 [ 6 ] ) | 78,6 | 3,5 | 9,4 | 6 | 2 |
Papiamentu in Religion und Kultur
Papiamentu war und ist Sprache der katholischen Kirche. Die kalvinistische FĂŒhrung der NiederlĂ€ndischen Westindien-Kompanie brauchte katholische Geistliche, um ihre Sklaven zu taufen und sie die christliche Gehorsamkeit zu lehren, ohne dafĂŒr mit ihnen in einer Kirche sitzen zu mĂŒssen. AuĂerdem sollten die meisten Sklaven aufs katholische lateinamerikanische Festland weiterverkauft werden, und diese Sklaven mussten daher erst recht katholisch sein. Die Sklaven wurden also alle katholisch getauft. Seit Schabel waren die katholischen Missionare einige Zeit Jesuiten, die der Landessprache groĂe Bedeutung beimaĂen. Der erste Missionar, der Papiamentu sprach, war der Jesuit Cornelis Cloots, geb. 1. Januar 1695 in Amsterdam, der von 1728 bis zu seinem Tod 1734 Seelsorger auf Curaçao war.cite-ref-7[7]
Die Missionare ĂŒbersetzten neben Katechismen auch Bibelkapitel und religiöse SchullehrbĂŒcher, um fĂŒr die rasche Verbreitung des Glaubens und eine den kirchlichen Moralvorstellungen entsprechende Bildung zu sorgen (was bei den Sklaven unter den GlĂ€ubigen allerdings kaum möglich war). 88 % der Bevölkerung der ABC-Inseln sind auf diese Weise katholisch geworden, doch auch von den anderen Glaubensgemeinschaften wird heute hauptsĂ€chlich das Papiamentu als religiöse Sprache verwendet. So waren es besonders katholische Schriften, wie etwa Ăbersetzungen von Teilen der Bibel und anderer GlaubensbĂŒcher, die den ersten Schritt zur Literatur auf Papiamentu bahnten. Das erste Werk, das auf Papiamentu erschien, war ein Katechismus aus dem Jahre 1825. Seit den 1940er Jahren wird Papiamentu auch auf kulturellem Gebiet verwendet. Seien es TĂ€nze, Musik oder Theater, die Literatur oder die Medien â Papiamentu dominiert. SĂ€mtliche literarische Werke werden auf Papiamentu geschrieben. Aufgrund des gröĂeren Marktes werden Romane aber zumeist in niederlĂ€ndischer Sprache verkauft. Besonders erwĂ€hnenswert ist der Autor Pierre Lauffer mit seinem Lyrikwerk Patria (1944) und die erste literarische Zeitschrift Simadan aus den 1950er Jahren. In dieser Zeit intensivierte sich auch die AktivitĂ€t des Theaters und literarische Gruppen entstanden auf den Inseln. Seit den 1980er Jahren wird durch offizielle Programme versucht, das literarische Schaffen zu fördern und besonders Publikationen von Literatur fĂŒr Kinder anzuregen.
Papiamentu im medialen Bereich
Obwohl NiederlĂ€ndisch die offizielle Sprache der ABC-Inseln ist, bestehen auf den drei Inseln, neben drei niederlĂ€ndischsprachigen Zeitungen, mehr als zehn auf Papiamentu. AuĂerdem gibt es rund 20 Radiostationen, wovon allerdings nur eine vollstĂ€ndig auf NiederlĂ€ndisch sendet. Die jeweiligen TV-Stationen, von denen es eine pro Insel gibt, senden hauptsĂ€chlich auf Papiamentu. NiederlĂ€ndisch wird in erster Linie als âMinderheitenprogrammâ gesendet. Papiamentu ist die Sprache der Volksvertretungen. Das bisher noch immer als Amtssprache geltende NiederlĂ€ndische wird auf den ABC-Inseln âfreiwilligâ kaum bis ĂŒberhaupt nicht mehr verwendet, auĂer im Umgang mit europĂ€ischen NiederlĂ€ndern. Dies gilt in besonderem MaĂe fĂŒr Bonaire, wo besonders als Folge von Zuwanderung von Rentnern der Anteil der niederlĂ€ndischsprachigen Bevölkerung 16,1 % betrĂ€gt.cite-ref-8[8]
Im Vergleich zu anderen Kreolsprachen ist Papiamentu trotz seiner viel geringeren Sprecherzahl besser und hĂ€ufiger im Internet prĂ€sent, was wohl nicht zuletzt mit dem bei weitem höheren Lebensstandard zusammenhĂ€ngen dĂŒrfte. Es gibt sowohl touristisch orientierte Webseiten, welche die Sprachen nur am Rande streifen, jedoch fast immer darauf hinweisen, dass auf den ABC-Inseln Papiamentu gesprochen wird. Es werden auch Ursprung und hĂ€ufig auch wichtige Wörter und Phrasen des Papiamentu angefĂŒhrt. Auf manchen Websites wird die Sprache allerdings nur als Dialekt bezeichnet. Neben den touristischen Internetseiten gibt es auch Zeitungen und andere offizielle Webseiten im Netz. Dadurch, dass jede Insel, jede Zeitung und zahlreiche Touristenzentren mit eigenen Seiten im Internet prĂ€sent sind, wird versucht, den Menschen das Papiamentu nahezubringen. Alles in allem bekommt man den Eindruck vermittelt, es mit einer weiter verbreiteten Sprache zu tun zu haben, als dass dies tatsĂ€chlich der Fall ist.
Obwohl Papiamentu die Muttersprache von rund 90 % der Bevölkerung auf den ABC-Inseln ist (auf Bonaire allerdings 60,2 %, siehe oben), bleibt NiederlĂ€ndisch weiterhin die einzige offizielle Sprache. Papiamentu ist aber in den Inselparlamenten als Amtssprache zugelassen. Die Sprache wird seit der 2. HĂ€lfte des 19. Jahrhunderts in den gedruckten Medien verwendet. Mittlerweile verwenden alle Medien hauptsĂ€chlich Papiamentu. Das NiederlĂ€ndische bleibt weiterhin in der Verwaltung und im Schulwesen von Bedeutung. Die ABC-Inseln haben sich bislang nicht auf eine einheitliche Orthographie einigen können. In der UniversitĂ€t von Curaçao werden viele StudiengĂ€nge in englischer Sprache angeboten. Probleme ergeben sich auch aus der Tatsache, dass nicht einmal auf Curaçao die Verwendung der Sprache einheitlich ist. Im Gegensatz zu anderen Kreolsprachen befindet sich das Papiamentu aufgrund seiner stabilen Sprachstruktur nicht in einer Phase der Dekreolisierung. Das heiĂt, dass weder das NiederlĂ€ndische noch das Spanische eventuelle Ziele einer Sprachentwicklung sind. Obwohl NiederlĂ€ndisch lange Zeit die Sprache des Prestiges war, liegt Spanisch nicht nur geographisch gesehen, sondern auch was den Wortschatz betrifft, bedeutend nĂ€her. Viele Bewohner der ABC-Inseln haben schon im spanischsprachigen Ausland gearbeitet, die Kommunikation verlĂ€uft ohne nennenswerte Probleme. Papiamentu verfĂŒgt unter den Kreolsprachen der Karibik ĂŒber eine beispielhafte Akzeptanz, die durch alle sozialen Schichten geht.
Papiamentu in den Schulen
Auf den ABC-Inseln herrscht eine sehr komplexe politisch-administrative Situation. FĂŒr das Schulsystem verantwortlich war die zentrale Regierungsstelle der NiederlĂ€ndischen Antillen. Aruba bekam 1986 einen Sonderstatus (Status aparte). 2010 folgten Curaçao und Sint Maarten. Ihr Status ist vergleichbar mit dem der BundeslĂ€nder in Deutschland und Ăsterreich, auch was die kulturelle Autonomie angeht. Saba, Sint Eustatius und Bonaire (auch bekannt als die BES-Inseln) wurden als âbesondere Gemeindenâ ins âMutterlandâ eingegliedert unter dem Namen Karibische Niederlande. Administrative Verantwortung tragen auĂerdem noch die âInselrĂ€teâ genannten GemeinderĂ€te. Deshalb kommt es öfters zu Unstimmigkeiten zwischen diesen Stellen.
Erst seit dem 19. Jahrhundert gab es ĂŒberhaupt Bildungsmöglichkeiten fĂŒr Kinder auf den NiederlĂ€ndischen Antillen. Die römisch-katholische Mission ĂŒbernahm vor allem fĂŒr die Kinder aus unteren sozialen Schichten die Erziehung. In diesen so genannten âfolk schoolsâ erfolgte der Unterricht durch die Priester hauptsĂ€chlich auf Papiamentu. Allerdings wurde 1936 Papiamentu als Unterrichtssprache wieder verboten, weil die NiederlĂ€nder wieder mehr politisches und ökonomisches Interesse an den Inseln entwickelten. Hauptgrund dafĂŒr war die Ansiedelung des Shell-Konzerns in den 1920er Jahren und in deren Folge die Einwanderung niederlĂ€ndischer ArbeitskrĂ€fte. Die Vorgabe der durchgehenden Verwendung des NiederlĂ€ndischen als Unterrichtssprache passte schlecht zu den sozialen Gegebenheiten: 95 % der SchĂŒler waren nicht-niederlĂ€ndischstĂ€mmig und konnten bis zum Schuleintritt auch heute noch meist kein Wort NiederlĂ€ndisch. Das erste Schuljahr diente daher hauptsĂ€chlich dem Erlernen des NiederlĂ€ndischen. Es war unter Androhung von Strafe ausdrĂŒcklich verboten, wĂ€hrend des Unterrichts Papiamentu zu sprechen, weil das als Hindernis beim Erwerb des NiederlĂ€ndischen angesehen wurde. Auf dem Pausenhof wurde das Sprechen von âPapiamentsâ toleriert.
Bei Studien wurde festgestellt, dass â falls die Bildung auf NiederlĂ€ndisch erfolgt â sich bei den SchĂŒlern die produktiven FĂ€higkeiten erst viel spĂ€ter entwickeln und es auch bei der sprachlichen und kulturellen Orientierung der Kinder zu Problemen kommen kann. Gerade Kinder, die zu Hause nur Papiamentu sprechen und aus einer niedrigen sozialen Schicht kommen, waren in diesem Schulsystem zu Misserfolg verurteilt. Erfolgt der Unterricht hingegen auf Papiamentu, das die Muttersprache des GroĂteils der SchĂŒler und SchĂŒlerinnen ist, können viele psychologische Konflikte vermieden werden.
1979 wurde das Gesetz fĂŒr die EinfĂŒhrung von Papiamentu in der Grundschule beschlossen. Erst sieben Jahre spĂ€ter, nĂ€mlich ab 1986, wurde die Sprache auch tatsĂ€chlich unterrichtet. Damals wurde entschieden, dass Papiamentu tĂ€glich in der Schule unterrichtet werden sollte, der Hauptunterricht erfolgte allerdings auch weiterhin auf NiederlĂ€ndisch. Es gibt lediglich zwei Schulen, in denen der Unterricht ausschlieĂlich auf Papiamentu erfolgt. 1990 gab es erneut eine Diskussion ĂŒber die EinfĂŒhrung des Papiamentu als Unterrichtssprache in der Grundschule. NiederlĂ€ndisch sollte nur noch als Fremdsprache unterrichtet werden. AuĂer im Kindergarten, in der Grundschule und in den pĂ€dagogischen Akademien wird Papiamentu im Unterricht nicht verwendet. In den mittleren und höheren Schulen erfolgt der Unterricht auf NiederlĂ€ndisch. Ein Grund hierfĂŒr ist, dass sehr viele Studenten in den Niederlanden bzw. im benachbarten SĂŒdamerika studieren. Weitere GrĂŒnde, die Schulbildung auf NiederlĂ€ndisch beizubehalten, wĂ€ren, dass Papiamentu eine Minderheitensprache ist und vielen Linguisten zufolge noch nicht weit genug ausgebildet ist, um eine EinfĂŒhrung als Unterrichtssprache zu rechtfertigen. DarĂŒber hinaus scheitert das Vorhaben an den Kosten der Umstellung, an fehlendem Unterrichtsmaterial und am Mangel an gut ausgebildetem Lehrpersonal.
Standardisierung und deren Probleme
Eines der Hauptprobleme der Standardisierung des Papiamentu bezieht sich auf die Loslösung Arubas aus dem Verband der NiederlĂ€ndischen Antillen 1986. Auf den ABC-Inseln gibt es keine kulturelle HomogenitĂ€t. Auf Aruba gab es immer weniger Sklaven als auf Curaçao. Dadurch gibt es einen gröĂeren Anteil weiĂer Bevölkerung. AuĂerdem pflegte Aruba immer einen intensiveren Kontakt zu den spanischsprachigen NachbarlĂ€ndern und fĂŒhlt sich dadurch deren Kultur nĂ€her. Dadurch, dass Curaçao eine Vormachtstellung im Verband der niederlĂ€ndischen Antillen einnahm, hatten die Bewohner Arubas immer das GefĂŒhl einer doppelten AbhĂ€ngigkeit: einerseits von den Niederlanden und andererseits von Curaçao.
Diese Faktoren beeinflussten besonders die orthographische Norm des Papiamentu. So ist das Papiamentu auf Aruba nach wie vor durch eine stĂ€rker an das Spanische angelehnte Rechtschreibung geprĂ€gt. Man schreibt dort: falsifica (fĂ€lschen), falsificacion (FĂ€lschung), conexion (Verbindung), scur (dunkel). Auf Curaçao hingegen lautet die Schreibweise: falsifikĂĄ, falsifikashon, konekshon, sukĂș. Seit kurzer Zeit gibt es an der University of the Netherlands Antilles in Curaçao einen BA- und einen MA-Studiengang fĂŒr Lehrer des Papiamentu. Damit wird sich die Situation Ă€ndern, dass viele Lehrer Papiamentu selbst nicht als Muttersprache sprechen, weil sie aus anderen LĂ€ndern (beispielsweise aus Suriname) stammen und Papiamentu sehr schlecht beherrschen. Unter anderem deswegen erfĂ€hrt Papiamentu insbesondere seit den 1980er Jahren einen staatlich geförderten, gezielten Ausbau-, Normalisierungs- und Standardisierungsprozess.
Zukunftsperspektiven
Papiamentu befindet sich derzeit in einer Phase des Ausbaus. Eine Sprache, die sich noch in Entwicklung befindet, ist immer besonderen Gefahren ausgesetzt. Einmal abgesehen von den beiden verschiedenen Schreibweisen der ohnehin kleinen Sprache, droht vor allem Gefahr von einem âniederlĂ€ndisch-intellektuellenâ Papiamentu. Diese Bedrohung geht von Sprechern aus, die im Mutterland studiert haben und sich das NiederlĂ€ndische angeeignet haben. Sie lassen unbewusst niederlĂ€ndische Syntax, Grammatik und Wortschatz in ihre Muttersprache einflieĂen. Auch jene Linguisten, die sich mit dem Papiamentu befassen, lassen oft unbewusst solche AusdrĂŒcke in ihre Arbeiten einflieĂen, da diese Wissenschaftler meist Niederlandisten oder Hispanisten sind. Auch in den Zeitungen der ABC-Inseln sind des Ăfteren so genannte âBarbarismenâ zu finden, wie Halbbildungen oder Verwechslungen, die auf Nederlandismen, Anglizismen und Hispanismen zurĂŒckzufĂŒhren sind.
Durch das immer gröĂer werdende wissenschaftliche Interesse sowie die UnterstĂŒtzung von nationalen und internationalen Kreolisten bestehen gute Chancen, die Standardisierung des Papiamentu erfolgreich abzuschlieĂen und es endgĂŒltig zur Nationalsprache der ABC-Inseln zu machen. Im Jahr 2004 fand in Curaçao die erste groĂe Konferenz zu Kreolsprachen statt (Curaçao Creole Conference).
Literatur
âą Iris Bachmann: Die Sprachwerdung des Kreolischen. Eine diskursanalytische Untersuchung am Beispiel des Papiamentu. Narr-Verlag, TĂŒbingen 2005.
âą Eva Eckkrammer: Papiamentu: eine Kreolsprache, die man auch schreiben kann. In: Moderne Sprachen 37, 3, 1993, S. 133â159.
âą Eva Eckkrammer: How to Pave the Way for the Emancipation of a Creole Language. Papiamentu, or What Can a Literature Do for its Language. In: Wim Hoogbergen (Hrsg.). Born Out of Resistance. On Caribbean Cultural Creativity. Isor-Publications, Utrecht 1994, S. 359â365.
âą Eva Eckkrammer: Zu Sprachpolitik und âFachsprachenmanagementâ einer Kleinsprache: Papiamentu auf dem Weg zur Vollsprache. In: Gerhard Budin (Hrsg). Multilingualism in Specialist Communication. Proceedings of the 10th European LSP Symposium Vienna, 29 Aug.-1 Sept., 1995. Bd. 2. Termnet, Wien 1996, S. 1179â1198.
âą Eva Eckkrammer: âNa kaminda pa haña un identidat kompletuâ: Perspektiven und Möglichkeiten des Einwirkens von kreolischer Literatur auf das kulturelle SelbstverstĂ€ndnis einer Minderheit. In: Dieter Kattenbusch (Hrsg). Kulturkontakt und Sprachkonflikt in der Romania (= Ethnos, Bd. 50). BraumĂŒller, Wien 1997, S. 95â111.
âą Eva Eckkrammer: The Standardisation of Papiamentu: New Trends, Problems and Perspectives. In: Anna-Alice Dazzi Gross, Lorenza Mondada (Hrsg.): Les langues minoritaires en contexte. Minderheitensprachen im Kontext. Bd. I. Les langues minoritaires entre diversitĂ© et standardisation. Minderheitensprachen zwischen Vielfalt und Standardisierung (= Bulletin suisse de linguistique appliquĂ©e 69/1). Institut de linguistique de lÂŽUniversitĂ© de NeuchĂątel, NeuchĂątel 1999, 59â74.
âą Eva Eckkrammer: Papiamentu, Cultural Resistance, and Socio-Cultural Challenges: The ABC Islands in a Nutshell. In: Journal of Caribbean Literatures, Jg. 5 (2007), Heft 1, S. 73â93.
âą Bart Jacobs: The Upper Guinea origins of Papiamentu. Linguistic and historical evidence. In: Diachronica, Jg. 26 (2009), S. 319â379.
âą Sidney Joubert, Matthias Perl: The Portuguese Language on Curaçao and Its Role in the Formation of Papiamentu. In: Journal of Caribbean Literatures, Jg. 5 (2007), Heft 1, S. 43â60.
âą Johannes Kramer: Die iberoromanische Kreolsprache Papiamento: eine romanistische Darstellung (= Romanistik in Geschichte und Gegenwart, Beiheft 11). Buske, Hamburg 2004, ISBN 3-87548-380-4.
⹠Johannes Kramer: Kleines etymologisches Wörterbuch Papiamento-Deutsch / Deutsch Papiamento. Buske, Hamburg 2013, ISBN 978-3-87548-665-0.
⹠Philippe Maurer: Les modifications temporelles et modales du verbe dans le papiamento de Curaçao (Antilles Neerlandaises). Avec une anthologie et un vocabulaire papiamento-francais (= Kreolische Bibliothek, Bd. 9). Buske Verlag, Hamburg 1988, ISBN 3-87118-883-2.
Weblinks
Wikipedia auf Papiamentu
Papiamentu Sorosoro-Fiche:
âą Englisch
⹠Französisch
âą Spanisch
Einzelnachweise
cite-note-11. â ethnologue.com: âPapiamentuâ (englisch), zuletzt abgerufen am 13. Juni 2014
cite-note-22. â Christine W.M. Schunck Intolerante tolerantie â De geschiedenis van de katholieke missionering op Curaçao 1499-1776, Doktorarbeit 2019 Nijmegen, ISBN 978 90 5625 504 6, S. 224
cite-note-33. â Vgl. hierzu: Papiamentus Swadesh-100 Wortliste (PDF; 76 kB)
cite-note-41. Volkstelling 2001
cite-note-52. CBS: Papiaments de meest gesproken taal op Bonaire, en Engels op Saba en Sint Eustatius
cite-note-63. Voorlopige cijfers census
cite-note-77. â Christine Schunck Intolerante tolerantie, S. 115
cite-note-88. â Caribisch Nederland; gesproken talen en voertaal, persoonskenmerken, Centraal Bureau voor de Statistiek, 16-11-2019